Die Erschaffung des Menschen

[Schlachterbibel 2000]

26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht!

27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.

28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!

29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind. Sie sollen euch zur Nahrung dienen;

30 aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, allem, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben! Und es geschah so.

31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

 

 

Der siebte Tag

 

21 So wurden der Himmel und die Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer.

 

2 Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte.

3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte.

 

 

Gott bildet den Menschen und setzt ihn in den Garten Eden

4 Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden, zu der Zeit, als Gott der HERR Erde und Himmel machte.

5 Es war aber noch kein Strauch des Feldes gewachsen auf der Erde, noch irgendein Kraut auf dem Feld; denn Gott der HERR hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde, und es war kein Mensch da, um das Land zu bebauen.

6 Aber ein Dunst stieg beständig von der Erde auf und bewässerte die ganze Fläche des Erdbodens.

7 Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.

8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen dorthin, den er gemacht hatte.

9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

10 Es ging aber ein Strom aus von Eden, um den Garten zu bewässern; von dort aber teilte er sich und wurde zu vier Hauptströmen.

11 Der erste heißt Pison; das ist der, welcher das ganze Land Hawila umfließt, wo das Gold ist;

12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort kommt auch das Bedolach-Harz vor und der Edelstein Onyx.

13 Der zweite Strom heißt Gihon; das ist der, welcher das ganze Land Kusch umfließt.

14 Der dritte Strom heißt Tigris; das ist der, welcher östlich von Assur fließt. Der vierte Strom ist der Euphrat.

15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.

16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen;

17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!

 

 

Die Erschaffung der Frau und die Einsetzung der Ehe

 

18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht!

 

19 Und Gott der HERR bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gebe.

 

20 Da gab der Mensch jedem Vieh und Vogel des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen; aber für den Menschen fand sich keine Gehilfin, die ihm entsprochen hätte.

 

21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.

 

22 Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.

 

23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen!

 

24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.

25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.

Das Garten-Eden-Konzept

Wir Menschen und auch die Tiere sind zur Herrlichkeit Gottes erschaffen worden, ohne Falsch. Wir wurden als Pflanzenfresser erschaffen und im Garten Eden gab es kein Blutvergießen, kein Töten, kein Fleischessen. Alles war rein und gut. Erst mit dem Sündenfall begannen alle Fleisch zu essen und zu jagen. Das ganze Universum und die ganze Erde und der ganze Himmel ist voller Sünde. Erst wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschafft, dann wird all das weg sein. Es wird keiner mehr töten und Fleisch essen. Und wir sollten jetzt schon damit anfangen. Das ist das Garten-Eden-Konzept.


 

Nach Christus: "Nicht mehr erlaubt, Tierfleisch zu essen"

Das alles hatte übrigens auch schon Kirchenvater Hieronymus, der die bis heute verbindliche katholische Bibel, die Vulgata, zusammenstellte, erkannt, als er schrieb: "Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der Wüste dem murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen" (Adversus Jovinianum I, 18) – ein Satz, der allerdings in der EKD-Studie nicht vorkommt – vermutlich, weil Hieronymus Klartext spricht.
Und man kann sich natürlich fragen: Hat Hieronymus da etwas falsch verstanden oder wusste er nur noch mehr als die heutigen Konfessionen wahrhaben wollen? Und jeder, der eine ehrliche Antwort auf ehrliche Fragen finden will, wird Hieronymus recht geben. Dass es zwischenzeitlich anders war und der Fleischkonsum von Priestern und Schriftgelehrten erlaubt wurde (z. B. Priester im Alten Testament, Paulus), wird am Ende der Zeit endgültig überwunden. So hat es der Gottesprophet Jesaja beschrieben ("Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder ... Und ein Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter"; 11, 7-8) Und so hat es auch Jesus selbst gelehrt, was noch deutlicher wird, wenn man die Aussagen von und über ihn außerhalb der Bibel mit einbezieht. So schreibt z. B. der Kirchenvater Epiphanius, dass die von ihm (nach einem Mann namens Ebion) so genannten Ebionäer oder Ebioniten auf die Frage, warum sie Fleischspeisen und Opferkult strikt ablehnten, erklärten, Jesus habe es ihnen so gesagt (Panarion 30, 18, 9), ein sehr wesentliches antikes Zeugnis für das Denken von Jesus von Nazareth. Und genau dies bestätigt auch der für die katholische Kirche "heilige" Kirchenvater Hieronymus. Seit Christus sei es uns "nicht mehr erlaubt", "Tierfleisch zu essen".

Mit Recht wird immer gesagt, dass die Umkehr des Menschen und sein Friedenswille in der unmittelbaren Umgebung des Menschen beginnen muss; und das bezieht sich nicht nur auf die Mitmenschen, sondern ebenso auf die Mitgeschöpfe, auf die Tiere und die ganze Natur. Die Herrlichkeit des Reiches Gottes bezieht ausdrücklich die ganze Schöpfung mit ein (Römer 8, 18-25). Alle Hoffnungen auf Frieden und Gewaltlosigkeit werden auf- und wachgerufen, wenn wir im Vaterunser beten: "Dein Reich komme." (Matthäus 6, 10)

Das verlorene Paradies wird also zurück gewonnen. Am Ende wird es sein, wie es am Anfang war. Im Reich Gottes wird kein Blut mehr vergossen (Offenbarung 21, 3-4; Jesaja 11, 6-9). Wie soll das Reich Gottes aber nun kommen, wenn nicht wir Menschen aufhören, Blut zu vergießen? Während wir auf die Wiederkunft Christi warten, sollen wir bereits unser Möglichstes tun, um so zu leben, wie Christus uns haben will – sanftmütig, gerecht und barmherzig (Matthäus 5, 5-7). Das war und ist der Wille Gottes. Spätestens ab jetzt kann sich niemand mehr heraus reden und sagen: "Ich weiß doch nicht, was Gott will." Auch der, der nur die Bibel gelten lässt, kann es dort vielfach lesen. Wir wissen, was Gott am Anfang wollte. Wir wissen, wie Er das Ende will. Aus dem, was am Anfang im Paradies war und was am Ende im Friedensreich Gottes sein wird, erkennt also auch ein bibelgläubiger Mensch, was gemäß seines Glaubens Gott will. Und wie verhalte ich mich dann in der Zwischenzeit? Auch im 2. Petrusbrief finden wir dazu klare Worte: "Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach Seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor Ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet" (3, 13-14). Das heißt doch: Ich lebe schon jetzt so, wie es dem neuen Himmel und der neuen Erde entspricht, was auch bedeutet: Ich lasse keine Tiere mehr für meinen Gaumengenuss töten und esse nicht mehr ihr Fleisch.


Auszug aus:
Alfred Schulte, Auch in der Bibel wird deutlich: Tiere sollen nicht getötet werden, zit. nach http://www.theologe.de/bibel_tiere.htm, Fassung vom 4.12.2015

Wie kann man wieder so leben?

Zunächst möchten wir klarstellen, dass es hier nicht zu 100% darum geht, wieder wie im Garten Eden zu leben. Das heißt, dass es nicht darum geht, dass wir wieder nackig herumlaufen müssen. Das sei komplett davon ausgeschlossen. Das würde ohnehin nicht funktionieren, da wir nun wegen der Sünde wissen, dass wir nackt sind. So wäre dies kein richtiger Garten Eden. Ich hoffe, ich konnte so nun Unklarheiten aufklären.

Wie man am Besten wieder so leben kann wie im Garten Eden ist, dass man damit anfängt, auf den Verzehr toter Körper zu verzichten. Bedeutet, der erste gute Schritt ist der, dass man Vegetarier wird. Der nächste und wichtigste Schritt ist dann der, dass man Veganer oder Frutarier wird. Veganer verzehren überhaupt gar nichts von Tieren, weder ihr Fleisch, noch Milch, Eier, Käse, da dies ebenso von Tieren stammt. Darüber hinaus tragen sie auch keine Tierhäute wie Pelz und Leder.
Frutarier essen nur Früchte, Körner und Blätter. Sie essen nur das, was die Natur ihnen freiwillig gibt. Wenn sie also einen Apfel essen möchten oder Walnüsse, dann müssen sie warten, dass der Baum ihnen diesen freiwillig gibt, bis er herunterfällt. Sie dürfen ihn auf keinen Fall selber pflücken! Hier geht es sehr stark in Richtung der Pflanzenliebe, neben der Tierliebe. Frutarier achten zusätzlich sehr darauf, dass auch Pflanzen eine Lebensberechtigung haben und dass man auch sie schützen muss. Man darf sie nicht beschädigen, indem man z.B. einen Apfel pflückt! Das hat aber auch einen großen Vorteil, denn wenn man zu früh den Apfel oder die Walnuss vom Baum holt, kann es sein, dass es noch gar nicht reif genug ist. Der Baum entscheidet, wann seine Frucht reif ist und verzehrt werden darf.

Gerne dürfen jedoch Fleischesser zu uns stoßen, um sich zu informieren oder dazu inspieriert zu werden, dass auch sie vegan oder frutarisch werden; als eine Art "Gastjünger". Aber niemals darf ein richtiger Fleischesser zu unserer Gemeinde stoßen, um richtiger Jünger zu werden, denn das würde die gesamte Gemeinde vergiften. So muss man doch richtiger Veganer sein, um bei uns zur Familie zu gehören.

Vor Kurzem waren wir auch noch eine Gemeinde für Vegetarier, doch seit immer mehr Fakten ans Licht kommen, wie grausam die Tiere gehalten werden, damit sie Eier, Milch und Ähnliches produzieren, haben wir den Vegetarismus für uns abgelegt. Es geht uns immerhin nicht nur darum, dass das Tier überleben darf und wir keine toten Körper essen. Es geht noch viel mehr in die Richtung, dass das Tier nicht nur leben darf, sondern auch glücklich leben darf! Wenn das Tier jedoch zur Zwangsherstellung von Milch und Eiern etc verwendet wird und es dafür Folter, Missbrauch, unwürdige Lebensumstände, Trennung von seiner Mutter/Kinder und vielem mehr in Kauf nehmen muss, ist das auch gegen unsere Prinzipien der Liebe. Es darf nicht sein, dass der Mensch das Tier halten kann, wie es ihm gefällt und es das Recht dazu hat, frei zu foltern und zu töten. Es kann nicht sein, dass Tiere zum "Nutzen" der Menschen gehalten werden. Hat denn der Mensch einen Nutzen? Man könnte also den Menschen wieder als Sklaven für sich einstellen, wenn auf Erden immer alles einen persönlichen Nutzen haben soll.

So legen wir den Vegetarismus ab und leben vegan oder frutarisch, sodass wir uns stark von Folter und Missbrauch an Tieren absondern und es nicht unterstützen. Wir beten für die armen Tiere, die arme Natur und den armen Menschen dieser Erde ...

Der Friede Gottes sei allzeit mit Euch!